6. Forum Mediendesign 2012

Designhelden

Gute Designer sind Helden des Alltags. Ihre Heldentaten begegnen uns Tag für Tag als megagroße Kampagnen oder kaum wahrnehmbare Schrift-Details. Dabei kämpfen Designhelden für neue Ideen, neue Umsetzungen und neue Medien und gegen schlechten Geschmack, die Angst vor Neuem und die Frau des Kunden, die im Hintergrund die Fäden zieht. Die Ergebnisse dieser leidenschaftlich geführten Kämpfe werden häufig selbst zu Helden: Das kann beispielsweise eine Zeitschrift, eine Website oder eine Marke sein – oftmals mit Kultcharakter.

Das Forum Mediendesign bietet dem Besucher die Möglichkeit, sich mit renommierten Größen aus Design, Werbung und Management auszutauschen – also genau mit jenen, die Tag für Tag sichtbare und unsichtbare Heldentaten vollbringen und dafür höchste Design-Preise, Auszeichnungen oder sogar echte Orden erhalten haben.

Redner

Johannes Plass, Kommunikations-designer, Mutabor Design GmbH, Hamburg

Mario Lombardo,
Art Director & Designer, BUREAU Mario Lombardo, Berlin

Dirk Uhlenbrock, Grafikdesigner, Essen

Wolfgang Beinert, Kommunikations-designer & Typograph, Atelier Beinert, Berlin

Prof. Thomas Rempen, Kommunikations-designer, Büro Rempen, Drensteinfurt-Rinkerode

Robin Preston,
Fotograf, London

Johannes Erler, Kommunikations-designer & Art Director beim Stern, Hamburg Henning Skibbe, Kommunikations-designer & Schriftgestalter, ErlerSkibbeTönsmann, Hamburg

Programm

14:00 Uhr
Begrüßung
Prof. Dr. Dietmar Barzen, Vizepräsident Medien, RFH Köln
Prof. Dr. Stefan Ludwigs, Studiengangsleiter Mediendesign, RFH Köln

14:15 Uhr
Heldensagen – Vom Mythos und Mindset Mutabor 
Johannes Plass, Kommunikationsdesigner, Mutabor Design, Hamburg

15:00 Uhr
Der Editorial-Designheld: supergroß und megaklein – wie man Redaktionen führt und Leser befriedet
Johannes Erler, Kommunikationsdesigner & Art Director, Stern, Hamburg
Henning Skibbe, Kommunikationsdesigner & Schriftgestalter, ErlerSkibbeTönsmann, Hamburg

16:00 Uhr
Pause

16:30 Uhr
All I have to do is dream
Dirk Uhlenbrock, Grafikdesigner, Essen

17:15 Uhr
The Tender Spot
Mario Lombardo, Art Director & Designer, BUREAU Mario Lombardo, Berlin

18:00 Uhr
Designhelden, und was von ihnen im digitalen Zeitalter übrig geblieben ist
Robin Preston, Fotograf, London

18:45 Uhr
Pause

19:15 Uhr
Großstadthelden
Über bürgerliche Mitverantwortung von Designern in Berlin
Wolfgang Beinert, Kommunikationsdesigner & Typograph, Atelier Beinert, Berlin

20:00 Uhr
Wann ist ein Held ein Held?
Prof. Thomas Rempen, Kommunikationsdesigner, Büro Rempen

21:00 Uhr
GetTogether

Bilder

Feedback

Der Studiengang Mediendesign der Rheinischen Fachhochschule Köln hatte geladen und acht Kreativgrößen und rund 800 Besucher waren gekommen: Am Samstag, 3. November 2012, fand das 6. Forum Mediendesign der RFH Köln im Museum Ludwig statt. Die bis über den letzten Platz hinaus besetzte Veranstaltung stand unter dem Motto „Designhelden“ und zog erneut ein breites Publikum aus Lehre und Praxis an – Studierende, Alumni, Lehrende, Kommunikationsdesigner und Mediengestalter.

Das diesjährige Forum Mediendesign begann mit tiefen Einblicken in die Agentur-Arbeit von Mutabor Design in Hamburg, präsentiert von Vorstand Johannes Plass. Den Abschluss bildete Branchen- und Werbelegende Prof. Thomas Rempen, der mit mahnenden Worten einen differenzierten Umgang mit dem Helden-Begriff einforderte und den Blick nicht nur auf kreative Highlights seines beeindruckenden Lebenswerkes lenkte, sondern auch auf die von ihm geschätzten „Hidden Heroes“, die stillen, heimlichen Designhelden, die niemand bewusst wahrnimmt.

Visuelles Feuerwerk

Dazwischen lagen intensive und spannende Vorträge, in denen sechs weitere renommierte Vertreter der Design-Zunft ihre Positionen und Werke zum Thema vorstellten sowie spannende Blicke in die Zukunft lenkten: so bot Mario Lombardo sehr intime und intensive Eindrücke in sein kreatives Schaffen, Dirk Uhlenbrock belegte die Netzhäute der Anwesenden mit einem visuellen Feuerwerk und Wolfgang Beinert präsentierte seinen Standpunkt zum Thema Designhelden am Beispiel einer ehrenamtliche Non-Profit-Initiative von Berliner Designern. Johannes Erler (Chefgestalter der Zeitschrift „Stern“) führte insbesondere den Studierenden sehr anschaulich vor Augen und Ohren, was es alles braucht, um ein Designheld zu werden. Der Schriftenentwerfer Henning Skibbe präsentierte am Beispiel des Redesigns der Süddeutschen Zeitung vielschichtige detailtypografische Heldentaten, die sich dem durchschnittlichen Leser in der Regel nicht direkt erschließen – ein tiefer Einblick in vollendetes typografisches Handwerk. Robin Preston, Londoner Fotograf und Photoshop-Guru, stellte mit seinem Beitrag unterhaltsam und eindringlich den Übergang von konventioneller Arbeit (sprich Werbung) zu freier kreativer Entfaltung dar und mahnte dabei die Besinnung auf gutes, solides Handwerk an – abgerundet durch eine Animation des Shootings der Zukunft.

Große und kleine Helden auf und hinter der Bühne

Neben 7 Stunden Vorträgen gab das Forum Mediendesign die Gelegenheit zu einzigartigen Begegnungen, spannenden Diskussionen und vielfältigsten Inspirationen. Den ganzen Tag über gab es im Foyer – wie jedes Jahr Anfang November – eine Ausstellung von gestalterischen Arbeiten und kreativen Projektergebnissen aus dem Studiengang Mediendesign zu sehen. Das pralle Programm gefiel, die Resonanz der Besucher fiel unterm Strich ausnahmslos positiv aus.

„Die Studenten kennen die professionelle Designwelt häufig nur über uns Dozenten. Für sie ist es von unschätzbarem Wert, die Vortragenden – so unterschiedlich wie sie sind – authentisch zu erleben. Die Botschaft ist: Egal wie du gestrickt bist, du kannst deinen Weg in die Medien machen, wenn du es willst und Deins findest“, so  Studiengangsleiter Prof. Dr. Stefan Ludwigs.